Informationen für pflegende Angehörige

Alles zu viel? Warnsignale erkennen

Sorgen Sie auch für

sich selbst!

Auch wenn Sie die Verantwortung für einen hilfe- und pflegebedürftigen Menschen übernommen haben– vergessen Sie nicht, auch für sich selbst zu sorgen! Zur Selbstfürsorge gehören zunächst das Erkennen und vor allem Akzeptieren der eignen Bedürfnisse aber auch Grenzen. Die Grenzen der eigenen Belastbarkeit sollten sich nicht am Ausmaß der anstehenden Aufgaben ausrichten, sondern grundsätzlich an der eigenen Wahrnehmung.

 

Es ist wichtig, sich immer wieder deutlich zu machen: Nur wer gut für sich selbst sorgt, hat langfristig die Kraft, auch für andere gut zu sorgen! Neben der Verantwortung für den Menschen, den Sie pflegen und betreuen, tragen Sie weiterhin die Verantwortung für Ihr eigenes Leben. Dies sollte niemals in Vergessenheit geraten!

Illustration Überlastung

Oftmals tritt die Übernahme einer Pflegesituation kurzfristig ohne große Vorbereitungszeit ein und stellt das Leben damit erst einmal auf den Kopf. Der Anspruch, einen Angehörigen zuhause versorgen zu wollen und gleichzeitig den eigenen Lebensalltag zu meistern, erfordert einen Spagat, welcher nicht nur körperliche, sondern auch seelische Belastungen mit sich bringen kann. Nicht selten treten alte und bis dato verdeckte Beziehungskonflikte im Pflegealltag zutage – zudem trägt die Bewältigung der unterschiedlichen Aufgaben (Pflege, Betreuung, Haushalt, die eigene Familie und der Beruf) zu einer erheblichen Belastung und nicht selten zur Überforderung der Pflegeperson bei.

Der erste und wichtigste Schritt, einer Überlastung vorzubeugen ist, frühzeitig erste Anzeichen bei sich selbst zu erkennen. So können rechtzeitig Entlastungsangebote in Anspruch genommen werden, bevor die Pflegesituation für alle Beteiligten problematisch wird.

Zu generellen Warnsignalen für eine Überlastung zählen:

  • permanenter Energiemangel und chronische Müdigkeit, bleiernes Gefühl in den Gliedern
  • das Gefühl, dass einem alles zu viel ist
  • Nervosität und innere Unruhe 
  • Niedergeschlagenheit, Hoffnungslosigkeit
  • Gefühlslosigkeit und ein Gefühl innerer Leere 
  • Gereiztheit, Ärgergefühle, Angstgefühle, Schuldzuweisungen
  • das Gefühl, wertlos zu sein
  • Gedanken der Sinnlosigkeit
  • keine Lust auf Kontakte mit anderen Menschen
  • Schlafstörungen
  • wiederkehrende körperliche Beschwerden, wie Magen-Darm-Beschwerden, Kopf- oder Rückenschmerzen, Herzrasen (ohne, dass eine Herzkrankheit vorliegt)
  • häufige Infekte und Hautprobleme

Um das persönliche Belastungsmaß auf Grundlage qualifizierter Methoden herauszufinden, kann auf verschiedene Tests zurückgegriffen werden: Ein Beispiel finden Sie hier.

Oftmals ist es ein längerer Prozess, die eigene Belastungsgrenze zu erkennen oder sich gar eine Überlastungssituation einzugestehen und im weiteren Schritt Unterstützung zu holen. Dies kann  von Versagens- und Schuldgefühlen gekennzeichnet sein: Nicht wenige Menschen sind wütend auf sich selbst, schämen sich oder bedauern ihr eigenes Verhalten gegenüber dem pflegebedürftigen Angehörigen, das sie selbst als „falsch“ bewerten. Der Austausch mit anderen, vor allem mit Menschen in vergleichbaren Lebenssituationen, kann hier eine sehr bedeutsame Stütze sein: Objektive Sichtweisen ergänzen eigene Wahrnehmungen, eigene Negativbewertungen relativieren sich und im Austausch kann von den Erfahrungen Gleichbetroffener profitiert werden.

Suchen Sie sich

Unterstützung!

Es gibt eine Vielzahl an Angeboten der Entlastung, Aufklärung und Unterstützung für pflegende Angehörige. Denn nur wenn sich Anspannung und Entspannung abwechseln, ist es möglich, die eigene Leistungsfähigkeit auch über einen langen Zeitraum aufrecht zu erhalten. Netzwerke können Sie stärken und bei Ihrer Arbeit unterstützen und entlasten.

Eine Auswahl mit weiterführenden Hinweisen zu Entlastungs- und Beratungsmöglichkeiten finden Sie hier.

Illustration Weblinks

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