Informationen für professionell Pflegende

Grundregeln für den Umgang mit Aggression und Gewalt in der Pflege

Kritische Situationen in der Pflege sind nicht immer vermeidbar – besonders in der Arbeit mit Menschen, die schwere psychiatrische Erkrankungen aufweisen.

 

Professionelle Pflegekräfte haben dann die Aufgabe, akut für ihre eigene Sicherheit und die des Patienten bzw. der Patientin zu sorgen.

 

Bestimme Maßnahmen und Verhaltensweisen im Umgang mit solchen Situationen können dazu beitragen, Eskalationen abzuschwächen oder sogar zu vermeiden. Andererseits können unachtsame und unbedachte Reaktionen in Krisensituationen zu einer Verschärfung führen. Es gilt, Verletzungen und Schäden so weit wie möglich abzuwenden.

Die folgenden Grundregeln können Ihnen im Umgang mit Aggression und Gewalt helfen:

Für Sicherheit sorgen

  • Ziehen Sie immer eine Kollegin oder einen Kollegen hinzu, wenn Sie Anzeichen von Aggressivität oder Gewaltbereitschaft bei einer Person wahrnehmen.
  • Das gleiche gilt, wenn Sie bei sich selbst ansteigende Wutgefühle vermerken bzw. Ihnen der professionelle Abstand zu der Situation entgleitet: Rufen Sie eine Kollegin oder einen Kollegen zu Hilfe und verlassen Sie nach Möglichkeit die Situation.
  • Meistens kann es hilfreich sein, Unbeteiligte (z. B. Besucherinnen oder Besucher) aus dem Zimmer zu bitten, wenn eine Situation zu eskalieren droht.
  • Achten Sie im Fall drohender körperlicher Übergriffe darauf, Verletzungsrisiken zu minimieren, indem Sie in ruhigen Bewegungen möglichst alles, was zum Schlagen oder Werfen eingesetzt werden könnte, außerhalb der Reichweite bringen. 
  • Dokumentieren Sie den Vorfall sachlich und für Außenstehende klar nachvollziehbar.
  • Melden Sie alle kritischen Zwischenfälle und besprechen diese im Team. Dazu gehören neben konkreten Eskalationen auch Situationen mit hohem Aggressionspotenzial.

Deeskalieren

  • Nehmen Sie erste Anzeichen einer Eskalation ernst.
  • Begegnen Sie der hochangespannten Person mit Respekt, Aufrichtigkeit und Empathie.
  • Sprechen Sie ruhig und in angemessener Lautstärke.
  • Sprechen Sie die Person mit Namen an.
  • Versuchen Sie, Ihre eigene Körperspannung zu reduzieren (z. B. durch wechselnde innere Muskelanspannung und -entspannung oder mehrmaliges tiefes Ein- und Ausatmen).
  • Vermeiden Sie jede Art von Drohgebärden (z. B. Fingerzeig) oder verbale Drohungen.
  • Versuchen Sie, die aggressive Person von der Situation abzulenken: Lenken Sie die Aufmerksamkeit auf ein anderes Geschehen oder auf andere Sinne, einen Vogel am Fenster, etwas zu Essen oder ein geplantes schönes Ereignis.
  • Bieten Sie der Person etwas an, z. B. ein Getränk, eine Zigarette oder einen Spaziergang.
  • Lassen Sie sich nicht auf Diskussionen ein. Beharren Sie nicht darauf, Recht zu haben.
  • Vermeiden Sie Ironie und Sarkasmus.

INFORMATIONEN UND LINKS

Zurück